Das heißt aber auch, dass jedes Auge eine Bildfrequenz von 60 Hertz hat. Und dass die Shutterbrille 60-mal pro Sekunde von hell nach undurchsichtig schalten muss. Erreicht wird dies übrigens durch Flüssigkristalle im Brillenglas, die so reaktionsschnell sind, dass sie in dieser Frequenz umgeschaltet werden können.
Das ist sehr technisch. Und sicherlich ein wenig ungewohnt. Denn, so könnte man jetzt meinen, 60-mal aus- und einschalten, hell und dunkel und das abwechselnd für beide Augen, sollte flimmern oder sonst wie unangenehm sein. Die Realität ist: Nein, es ist nicht unangenehm, diese Brille zu tragen. Nein, es flimmert nicht vor den Augen, weil wir diese Frequenz gar nicht mehr als solche wahrnehmen können und nein, man bekommt kein Kopfweh davon, wenn man nicht auch mit normalen Brillen Probleme hat. Was man aber bekommt, ist ein dreidimensionales Bild. Plastisch, hochauflösend, farbig und so echt, dass man danach greifen möchte. Je größer der Bildschirm ist, desto besser ist auch der Gesamteindruck. Bei Computerspielen ist die Shuttertechnik schon seit einiger Zeit bei 3D-Spielen gang und gäbe. Zu kleine Bildschirme sehen aus wie ein Aquarium, wenn man darauf 3DSpiele laufen lässt.
Ohne Synchronisierung (und auch ohne Batterie zur Stromversorgung) arbeiten die Brillen mit Polarisationsfilter. Viele kennen diese Filter aus der Fotografie, wo man sie beispielsweise dazu verwenden kann, störende Lichtreflexionen zu eliminieren. Stellt man sich Licht als Wellen vor, so schwingen diese in einer Ebene.
Einige beispielsweise auf und ab, einige von links nach rechts. Jeweils ein Glas dieser Brille filtert Lichtwellen einer Ebene heraus und lässt die anderen passieren. Wenn man jetzt in schneller Folge auf dem TV-Gerät Bilder verschiedener Wellenebenen für das linke und das rechte Auge zeigt, so kommen am jeweiligen Auge nur die Lichtwellen an, die für es gedacht sind. Der Effekt ist derselbe wie mit der Shutterbrille.
Material
Bleibt die Frage nach dem Material. Womit will man seinen 3D-Fernseher füttern? Das Medium dafür ist vorhanden: Blu-ray mit seiner enormen Datendichte ist wie gemacht für das Abspielen von 3D-Filmen. Und nebenbei noch der Standard, der die gute, alte DVD abgelöst hat. Damit ist Blu-ray der Königsweg, wenn es darum geht, 3D zu sehen. Voraussetzung ist ein Blu-ray-Player, der 3D-fähig ist.
Binnen sehr kurzer Zeit werden unzählige Titel in den Regalen stehen, die großes 3D-Kino für zu Hause anbieten. Die Zukunft des Fernsehens beginnt genau jetzt. Wer beim Kauf eines neuen Gerätes darauf achtet, dass es 3D-Filme wiedergeben kann, ist für diese Zukunft gerüstet. Noch besser ist es, wenn die TV-Geräte selbst in der Lage sind, aus den 2D-Bildern 3D-Material zu generieren, wie dies die 3D-TVs von Panasonic tun. Es gibt also kaum Gründe, sich nicht gleich für die neue Technologie zu entscheiden.