PRODUKTBERATER HEIMVERNETZUNG

Perfekte Vernetzung


Beim Stichwort Heimvernetzung erntet man häufig entnervtes Kopfschütteln. Alles sei viel zu kompliziert, allein das Einrichten einer Funkverbindung zwischen Rechner und Router könne zu einer abendfüllenden Aufgabe ausarten. Und jetzt sollen auch noch Fotos, Musik oder gar Videos übers Heimnetz übertragen werden - das funktioniere doch niemals. Tut es eben doch.

Moderne WLAN-Router, Netzwerkfestplatten, Webradios und andere netzwerkfähige Geräte bieten heute schon alle nötigen Funktionen, die Konfiguration und Bedienung erheblich erleichtern und das Heimnetz endlich auch für das eigene Zuhause salonfähig machen. Für alle, die ihr Heimkino ernsthaft beschallen wollen, steht spätestens seit der Blu-ray Disc und ihren neuen HD-Tonformaten mit bis zu sieben diskreten Tonkanälen die Frage nach der richtigen Boxen-Anzahl wieder weiter oben.

Eine weitere Mär


Die Einrichtung eines Heimnetzes ist teuer. Wussten Sie, dass die meisten Haushalte bereits ein voll funktionsfähiges, in der Regel sogar drahtloses Heimnetz bei sich zu Hause installiert haben? Denn jeder größere Online-Zugangs-Provider liefert seiner Kundschaft bereits seit Längerem einen meist kostenlosen WLAN-fähigen Modem-Router ins Haus. Dieser WLAN-Router ist das Zentrum oder die Basis eines klassischen Heimnetzes, weswegen der WLAN-Router häufig auch als Basisstation bezeichnet wird. Alle Geräte, die mit dieser Basisstation verbunden sind, werden automatisch Teil des Heimnetzes und können so untereinander Daten austauschen.

Der große Vorteil: Sie allein bestimmen, welche und wie viele Geräte Sie in Ihr Heimnetz integrieren möchten. In der Regel ist das erste Gerät ein Notebook oder PC , mit dem Sie über Ihren Online-Zugang im Internet surfen. Später lässt sich das Heimnetz dann beliebig erweitern: zum Beispiel um einen weiteren Rechner und eine Netzwerkfestplatte (NAS ), die als zentraler Datenspeicher dienen. Hat die NAS einen integrierten Media-Server, legen Sie einfach Ihre komplette MP3-Sammlung darauf ab. Mit einem Webradio greifen Sie dann komfortabel auf Ihre digitale Musiksammlung zu und hören Ihre Lieblingssongs in einem beliebigen Raum in Ihrem Zuhause. Über eine Spielekonsole im Heimnetz, wie zum Beispiel Sonys PS 3, die wiederum mit Ihrem Fernseher verbunden ist, lassen sich Fotos anzeigen, die auf der Netzwerkfestplatte oder einem Rechner im Heimnetz abgelegt sind.

Für jedes Heim die passende Verbindung


Wie jedes Netzwerk lebt auch das Heimnetz von seinen Verbindungen. Nur so können sich einzelne Geräte miteinander unterhalten und Daten austauschen. Wer ein Gerät ins Heimnetz integrieren möchte, kann dabei auf verschiedene Verbindungstechniken zurückgreifen. Wir stellen Ihnen die drei am häufigsten eingesetzten Möglichkeiten vor.

Ein Gerät ins Netzwerk einbinden klingt für viele zunächst einmal hochkompliziert. Dabei geht es eigentlich nur darum, das Gerät mit dem Router zu verbinden, der Zentrale Ihres Heimnetzes. Der Router sorgt dann automatisch dafür, dass sich alle an ihn angeschlossenen Geräte untereinander verständigen können und beispielsweise der Netzwerkplayer im Wohnzimmer den Film von der Netzwerkfestplatte im Hobbyraum wiedergeben kann. Wichtig ist nur: Beide Geräte müssen mit dem Router verbunden sein.

Die klassische Verbindungsart im Netzwerk ist das Netzwerkoder LAN-Kabel. Die meisten netzwerkfähigen Geräte besitzen hierzu einen speziellen LAN-Port, ein Router hat meist vier davon.Verbindet man per Netzwerkkabel den Anschluss am Gerät mit einem LAN-Anschluss am Router, ist die Verbindung bereits hergestellt. Doch eignet sich eine Verbindung per Kabel nur dann, wenn das entsprechende Heimnetzgerät nahe am Router steht oder im Haus bereits LAN-Anschlüsse verlegt wurden.

Viele Heimnetzgeräte sind mittlerweile mit drahtlosem WLAN ausgestattet und nahezu jeder Router hat ebenfalls standardmäßig WLAN mit an Bord (WLAN-Router). So kann die Verbindung ins Heimnetz per Funk erfolgen - ohne störendes Kabel dazwischen. Das ist beispielsweise bei Webradios besonders praktisch, die sich somit fast überall im Haushalt nutzen lassen.

Als Alternative zu Kabel und WLAN bieten sich so genannte HomePlug- oder Powerline-Adapter an. Diese nutzen als Übertragungsweg das Stromnetz im eigenen Haushalt. Mit zwei HomePlug-Adaptern lassen sich auch Verbindungen über mehrere Stockwerke realisieren.

Der DSL-Anschluss ist im Haus, die Festplatte des Computers ist voll mit digitalen Medien. Doch wie jetzt die Musik, Videos und Bilder auf den Flachbildschirm bringen? Als Empfänger und Quellen der vielen Gigabyte an spannenden Inhalten, die das eingerichtete Heimnetzwerk oftmals schon bereithält, gibt es eine ganze Reihe von Alternativen. Doch das Wichtigste: Ob für Blu-ray-Player, Home-Server oder AV-Verstärker - es gilt: Die Installation und die Integration ins Netzwerk sind heute einfacher denn je.

Home-Server

In immer mehr Haushalten steht mehr als ein Computer. Neben dem Desktop-PC im Home Office sind das häufig Notebooks oder auch der PC im Kinderzimmer. Um nicht den Überblick über alle digitalen Fotos, Songs, Videos und andere Dateien zu verlieren, drängt sich die Anschaffung eines Home-Servers, wie ihn Windows-Anbieter Microsoft offeriert, nahezu auf. Damit lassen sich alle Daten und Dateien zentral speichern und bequem von überall im Haus abrufen - automatische Datensicherung inklusive. Mehrere Hersteller bieten mittlerweile Home-Server-Produkte an.

Blu-ray-Player

Die neuesten Abspielgeräte für Blu-ray-Discs (BD) sind wahre Multitalente. Nicht nur, weil sie neben dem High-Definition-Format auch DVD s, Audio-CD s und viele andere Scheiben einwandfrei abspielen. Sondern, weil sie mittlerweile allesamt mit einem Netzwerk-Ausgang ausgestattet sind. Der Ethernet-Port ermöglicht mehr als nur die Aktualisierung der Gerätesoftware, die ab und an vonnöten ist. Er erlaubt insbesondere den Zugriff auf Internetinhalte, die immer häufiger auf Blu-rays als exklusive Extras zum jeweiligen Film angeboten werden. Der Fachbegriff dafür lautet BD-Live. Technikschmieden basteln außerdem bereits daran, künftig über den Netzwerkanschluss des Players auch Videostreams, also Filme, direkt übertragen zu können. Vorstellbar ist damit, dass sich jemand, der gerade Ice Age 3 auf Blu-ray gesehen hat, auch noch Teil 1 und 2 direkt herunterladen kann.

Media Extender

Videodateien und Fotos von der PC-Festplatte auf den Fernseher übertragen, mit der Soundanlage im Wohnzimmer auf die digitale Musikbibliothek zugreifen und auf dem TV-Gerät die Cover anzeigen, Fernsehprogramme am PC aufzeichnen und auf dem Flachbildschirm wiedergeben - dies und vieles mehr ermöglichen sogenannte Media Extender. Diese Multifunktionsboxen transportieren Medieninhalte entweder über Ethernet-Kabel oder auch drahtlos per WLAN durch Haus und Wohnung. Einige dieser Extender sind sogar mit einem DVD-Player ausgestattet und somit auch in der Lage, zusätzlich allerhand gängige Disc-Formate abzuspielen.

AV-Receiver

AV-Receiver sind die wichtigen Schaltzentralen in jedem Heimkino-System. Viele von ihnen sind mittlerweile mehr als ein Hi-Fi-Verstärker und -Verteiler. Auch hier sind mittlerweile viele Modelle mit Netzwerk-Schnittstellen auf dem Markt, die es möglich machen, Daten vom PC auf den Fernseher oder die Musikanlage zu übertragen - per Ethernet-Kabel oder wireless. Durch den Einsatz eines netzwerkfähigen AV-Receivers spart man sich etwa eine Streamingbox oder einen Media Extender.

Spielekonsolen

Wer das Thema Gaming allein mit den viel diskutierten Killerspielen in Verbindung bringt, liegt falsch. Spielekonsolen sind echte Medien-Netzwerker. Wer den Plattformen einen Webzugang verschafft, kann im Handumdrehen mit anderen Gamern weltweit dieselben Spiele spielen. Über die Xbox von Microsoft lassen sich zusätzlich Spielfilme aus dem Web herunterladen - ein Service, den Sony für seine PlayStation 3 (PS 3) in Kürze ebenfalls anbieten wird. Doch auch im Heimnetzwerk sind die Konsolen zu Hause: Die PS 3 etwa holt sich mühelos via WLAN kabellos Musik-, Foto- und Videodateien von einem Server wie zum Beispiel einer PC-Festplatte.